20 Jahre Google: Die Hosentaschen-Revolution

Verfasst am 29. August 2018 von .
Quelle: pixabay

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Sechs, sieben Jahre ist es her, dass vor allem die ältere Generation über auf kleine elektronische Geräte starrende Menschen in U-Bahnen, Straßen und Cafés verwundert reagierte. Was machen die da? Und wieso lesen die keine Zeitung oder ein Buch, sondern bewegen ihren Daumen im immer gleichen Rhythmus über einen Display?

Das Smartphone stellt für die Konsumgesellschaft wohl eines der wichtigsten Erfindungen des 21. Jahrhunderts dar … und wenig überraschend ist Google einer der Treiber dieser Hosentaschen-Revolution. Im fünften Artikel der »20 Jahre Google« Reihe werden wir daher der Frage nachgehen, wie ein Suchmaschinenbetreiber eine Software namens Android entwickeln konnte, die Abermillionen Menschen tagtäglich bei sich haben.

Ab in die Hosentasche

Nun gut. Man muss schon zugeben, dass Apple mit dem ersten iPhone, das 2007 veröffentlicht wurde, das Smartphone massentauglich machte und so den Stein wohl erst so richtig ins Rollen brachte. Ein Jahr brauchte Google damals, um mit HTC das erste Android-Smartphone auf den Markt zu bringen: Das HTC Dream – damals noch mit richtigen Tasten! Dabei sollte Android anfangs eigentlich rein für die Steuerung von Digialkameras dienen.

Das von dem Konsortium Open Handset Alliance entwickelte und später von Google aufgekaufte System basiert dabei auf mehreren Open-Source-Technologien, wie Java oder dem Linux-Kernel. Ziel war und ist die Verbreitung des mobilen Betriebssystems auf unterschiedlichen Geräten, unabhängig vom Hersteller. Diese Strategie ist konträr zu Apples Vorgehen, da iOS exklusiv den Apple-eignen Geräten vorenthalten ist.

Eine ähnliche Strategie hatte Jahre zuvor Microsoft ja schon mit Windows durchgezogen. Und sowohl Google als auch Microsoft konnten Apple davon abhalten, DAS Smartphone (iPhone) oder DEN Computer (iMac) für sich zu beanspruchen – was dem Erfolg von Apple dennoch keinen Abbruch getan hat.

Zweigeteilte Welt

Dass die Strategie von Google aufging, sieht man an heutigen Nutzerzahlen: 85,9 Prozent der 2017 verkauften Smartphones laufen mit Android. Dabei sind die Smartphones von Samsung (72 Millionen verkaufte Geräte im ersten Quartal 2018) und Huawei (49 Millionen verkaufte Geräte in ersten Quartal 2018) momentan besonders erfolgreich. Rechnet man übrigens die iPhone-Verkäufe mit dazu, kommen Apple und Google auf einen Marktanteil von 99,9 Prozent – Oligopol ahoi!

Nebenher befeuern diese Zahlen natürlich die wohl mit der meisten Inbrunst geführte Tech-Auseinandersetzung seit den großen Browserkriegen: iOS oder Android. Android oder iOS. Was ist besser? Was ist innovativer? Hat Samsung jetzt die bessere Kamera? Warum verlaufe ich mich mit Apple Maps? Und so weiter. Und so fort.

Im Hier und Dort

Mit Mapsveränderte Google die Art und Weise, wie wir uns durch die Welt navigieren. Mit der Google Suchmaschine war alles Wissen der Welt plötzlich zu finden. Durch das Smartphone – an dessen Entwicklung Google maßstäblich beteiligt ist – verändert sich die Wahrnehmung des Raums: Ohne Smartphone ist man dort präsent, wo man sich gerade körperlich befindet. Mit Smartphone kann man sich aber beispielsweise am Ostseestrand befinden und gleichzeitig eine wilde Diskussionen in sozialen Netzwerken führen – man befindet sich quasi an unterschiedlichen Orten.

Das klingt vielleicht esoterisch, kann aber echte zwischenmenschliche Interaktion stark beeinflussen. Denn mal ehrlich: Wer hat während eines realen Gesprächs nicht schon mal nebenher auf sein Smartphone geschaut? Dahinter steckt eben genau diese Vermutung, dass man sich unentwegt an unterschiedlichen Orten befindet und diese jeweilige Verpflichtungen mit sich bringen, wie beispielsweise das schnelle Antworten auf eine WhatsApp-Nachricht.

…für immer und ewig?

Spannend ist auch die Frage: Was kommt nach dem Smartphone? Die letzten Smartphone-Generationen brachten gefühlt wenig Innovation – sowohl auf Software- als auch auf Hardware-Seite. Displays wurden größer, die Bedienung wurde intuitiver, Akkus halten ein paar Stunden länger und man kann sein Smartphone nun über Induktion aufladen. Doch werden wir jetzt für alle Zeit ein wie auch immer geartetes Gerät in unseren Hosentaschen mit uns herumschleppen, das uns den Zugang zu weit entfernten, virtuellen Orten ermöglicht?

Hier und Jetzt

Wenngleich wir diese Frage noch nicht beantworten können, sicher ist, dass das Smartphone jetzt und in absehbarer Zeit nicht aus Alltag und Business wegzudenken ist – ob als Verkaufskanal, Informationsquelle oder Zahlungsmittel. Eine mobile Strategie sollte daher auf diese vielfältigen Szenarien reagieren können und innovative Einkaufserlebnisse unterstützen.

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